Kommunaler Klimaschutz

DER SCHLÜSSEL ZUM ERREICHEN DER KLIMAZIELE

Kommunen sind der Motor der Energiewende

Den Kommunen kommt beim Klimaschutz eine Schlüsselfunktion zu. Wohnen, Gewerbe, Industrie, Verkehr und Freizeit – hier wird ein großer Teil der Treibhausgase erzeugt und kann auch eingespart werden!

Denn Kommunen entscheiden maßgeblich mit, ob es attraktive Alternativen zum Auto gibt, ob saubere Energie erzeugt und angeboten werden, welche Hilfestellungen und Beratungen die Bürgerinnen und Bürger bekommen. Die Infrastruktur für Strom, Wärme und Mobilität, welche ein ganz entscheidender Faktor der Treibhausgasvermeidung ist, gehört zu den ureigenen Aufgabengebieten der Kommunen.

Ob und in welchem Maße sich die Bürgerinnen und Bürger klimafreundlich verhalten und auch verhalten können, hängt damit maßgeblich von der Infrastruktur, der Attraktivität und der jeweiligen Bereitschaft ab.

Die Kommunen haben den kürzesten Draht zu den Bürger*innen, beraten und motivieren sie, sind für deren Versorgung zuständig und können gleichzeitig bei den eigenen Liegenschaften, Versorgungsanlagen und Bauwerken eigenverantwortlich handeln und mit guten Beispielen vorangehen.

Wir schaffen die Energiewende, die Wärmewende, die Verkehrswende, die Klimawende nur, wenn es eine breite Bewegung wird. Die Kommunen spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Die Zeit drängt

Um die Zielsetzung der Umweltkonferenz von Paris einzuhalten hat die Wissenschaft laut jüngstem IPCC-Bericht ein weltweit noch verfügbares Budget an Treibhausgasen berechnet, welches maximal noch emittiert werden darf. Dieses liegt weltweit bei rund 600 Gigatonnen CO2-Äquivalenten. Für Deutschland mit 1 % der Weltbevölkerung bedeutet das ein Restbudget von 6.000 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. Für Bayern sind es 1.000 Millionen Tonnen. Derzeit betragen die bayerischen Treibhausgasemissionen rund 100 Millionen Tonnen – jährlich!

Nach Verbrauch dieses Budgets muss in allen Bereichen die komplette Klimaneutralität erreicht werden. d.h. es darf nicht mehr CO2 in die Atmosphäre emittiert werden, wie durch Photosynthese wieder gebunden wird.

Klimaschutz in der Kommune – wo packen wir an?

Die dramatische Entwicklung der Erdüberhitzung, mit der Gefahr des Überschreitens von Kipppunkten, erfordert neben mittel- und langfristigen Plänen die sofortige Aktivierung kurzfristiger Maßnahmen.

Auch in den Kommunen können entscheidende Weichenstellungen für den Klimaschutz eingeleitet werden. Damit kann sofort begonnen werden.
Der Bedarf für moderne Anwendungen wie E-Autos und Wärmepumpen trägt damit nicht zu einer Erhöhung des Stromverbrauchs bei.

Erstellen eines Klimaschutzkonzepts/Energienutzungsplans

Ein umfassendes Klimaschutzkonzept ist die Grundlage für eine kommunale Klima-Offensive. Maßnahmen der Kommune werden gemeinsam erarbeitet und so von breiter Schicht getragen. Die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger bei der Erarbeitung dieses Konzeptes für die eigene Gemeinde, bietet einen großen Erfahrungsgewinn. Es sollen dabei möglichst viele gesellschaftliche Gruppen einbezogen werden (Vereine, Verbände, Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Landwirte, Energieerzeuger, usw. werden übergreifende Netzwerke für späteres gemeinsames Handeln geknüpft.

Die Grundlage für die umfassenden Klimaschutzanstrengungen ist eine Bestandsaufnahme für die Bereiche Wärme, Strom, Verkehr und Landwirtschaft. Die Potenziale für die Erzeugung von Erneuerbaren Energien werden anschließend erhoben und gleichzeitig die Einspar- und Effizienzpotenziale in den einzelnen Bereichen ermittelt. Letztendlich werden geeignete Maßnahmen erarbeitet.

1. Kommunales Energiemanagement und Umweltmanagement – Vorrang für Klimaschutz

Alle kommunalen Maßnahmen werden auf ihre Vereinbarkeit mit Klimaschutz-Grundsätzen geprüft, die kommunalen Liegenschaften und das Beschaffungswesen sind ebenso wie die Leitziele für energieeffizientes, wirtschaftliches und nachhaltiges Bauen und Sanieren vorbildlich. Ein Mehrjahresinvestitionsprogramm für Sanierungsmaßnahmen wird aufgestellt.

2. Klimaschutzbeauftragte 

Dreh- und Angelpunkt, ob auch etwas angestoßen wird und auch wirklich etwas umgesetzt wird, ist die Stelle einer Klimaschutzmanagerin/eines Managers. Jede Bayerische Kommune über 5000 Einwohner*innen sollte einen Klima-Kümmerer haben, also auch Kirchdorf.

3. Gründung Klimaallianz – breite Kampagnen zur Umwelt- und Bewusstseinsbildung

Die Klimaallianz ist ein Zusammenschluss von Aktiven aus der Kommune. Die Stelle des Klimaschutzmanagers fungiert als Geschäftsführer, Hauptaufgabe ist es die Aktivitäten zur Bewusstseinsbildung zu entwickeln, zu bündeln und zu koordinieren – in Zusammenarbeit mit weiteren lokalen Akteuren.

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